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Der Naturplus-Standard

Der Naturplus-Standard beschreibt Kriterien für wirksame Naturschutzprojekte, die gezielt Biologische Vielfalt und Naturleistungen bereitstellen. Die Kriterien beschreiben Anforderungen an die Entwicklung und Umsetzung von Projekten sowie die Methoden zur Messung und Verifizierung von erbrachten Leistungen. Durch ein Zertifizierungsverfahren wird überprüft, ob einzelne Projekte diesen Kriterien entsprechen.

Unser Ziel: Förderung und Erhalt von biologischer Vielfalt & Naturleistungen​

Der Naturplus-Standard verfolgt zwei Ziele: den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt – und der Leistungen, die eine intakte Natur für uns alle erbringt. Naturschutz wirkt dabei selten nur an einer Stelle. Eine artenreiche Wiese schützt zugleich den Boden, hält Wasser in der Landschaft und ernährt Bestäuber. Der Standard bildet das ab und weist für jedes Projekt aus, zu welchen dieser Leistungen es beiträgt – und in welchem Umfang. Dabei unterscheiden wir drei Bereiche:

 

Biologische Vielfalt – das Schutzgut, auf dem alles aufbaut

  • Artenvielfalt und genetische Vielfalt
  • Lebensräume, Strukturen und ihre Vernetzung in der Landschaft

Leistungen für Mensch und Umwelt

  • Bestäubung und natürliche Schädlingsregulation
  • Bodenfruchtbarkeit, Bodenleben und Erosionsschutz
  • Wasserrückhalt, Grundwasserneubildung und sauberes Wasser
  • Kohlenstoffbindung und Beitrag zum Klimaschutz

Erlebbare Kulturlandschaft

  • Landschaftsbild, Vielfalt und Zugänglichkeit unserer Kulturlandschaft

Sechs Grundsätze für jedes Projekt

Verbesserungsgebot/Verschlechterungsverbot:

  • ein Projekt wertet eine Fläche ökologisch auf oder erhält nachweislich einen wertvollen Zustand.

Angemessenheit:

  • die Maßnahmen passen zum Standort und sind geeignet, die Ziele zu erreichen.

Langfristigkeit:

  • jedes Projekt ist auf eine dem Vorhaben angemessene Mindestlaufzeit ausgelegt, über die Umsetzung und Pflege gesichert sind.

Zusätzlichkeit:

  • gefördert wird nur, was über gesetzliche Pflichten hinausgeht und nicht bereits anderweitig finanziert ist.

Keine Verlagerung:

  • die Aufwertung einer Fläche wird nicht dadurch erkauft, dass andere Flächen intensiver genutzt werden.

Transparenz:

  • Projektträger berichten regelmäßig und nachvollziehbar über den Projektverlauf.
Von der Idee zum Projekt: unsere Projekttypen

 

Jeder Projekttyp beschreibt geeignete Maßnahmen, Zielvorgaben und die Kennzahlen, an denen der Erfolg gemessen wird – und lässt den Umsetzern vor Ort zugleich den nötigen gestalterischen Freiraum. Aktuell verfügbar:

 

  • Streuobstwiesen
  • Blühstreifen
  • Hecken

 

Die Liste wächst kontinuierlich, fachlich begleitet durch unseren Beirat.

Vom Plan zum Nachweis

Jedes Projekt durchläuft zwei Prüfstufen durch unabhängige Gutachter:​

Validierung – die Zusage.

In der Antragsphase wird die Projektplanung auf Plausibilität und die Einhaltung aller Kriterien geprüft. Besteht sie, wird das Projekt zertifiziert und kann umgesetzt werden. Es trägt dann den Status „validiert – Umsetzung zugesagt".

Verifizierung – der Nachweis.

Während der Laufzeit dokumentieren die Umsetzer den Fortschritt; unabhängige Gutachter prüfen, ob die Maßnahmen umgesetzt und die Ziele erreicht wurden. Das Projekt trägt den Status „verifiziert – Umsetzung nachgewiesen".

Wer die Qualität sichert

Der Beirat begleitet die Weiterentwicklung des Standards und stellt sicher, dass Kriterien, Schwellenwerte und Indikatoren fachlich fundiert, ökologisch wirksam und praxistauglich sind. Ihm gehören Fachleute aus Wissenschaft, Naturschutz und Landwirtschaft an.​

Anerkannte Gutachter prüfen jedes Projekt. Sie sind unabhängig, sowohl von AgoraNatura als auch vom Projektträger. Sie werden den Projekten zugewiesen und bewerten ausschließlich anhand der veröffentlichten Kriterien. ​

Klar in dem, was wir nicht versprechen​

Der Naturplus-Standard gibt keine handelbaren Zertifikate und keine CO₂-Gutschriften aus. Ein Projekt wird für seine konkrete Wirkung während seiner Laufzeit ausgezeichnet – nicht als Ausgleich für Eingriffe an anderer Stelle. Nahrungs- und Rohstoffproduktion, die bereits über den Markt vergütet wird, ist ausdrücklich nicht Gegenstand des Standards.

Hinweis

Sie möchten ein Projekt zertifizieren lassen, für das bereits eine Finanzierung besteht? Melden Sie sich in diesem Fall bitte per E-Mail bei uns unter info@agora-natura.de – wir klären die weiteren Schritte gemeinsam mit Ihnen.

Weitere Informationen finden Sie hier!